Genug gesagt

„Muss man sehen“ kulturmovies

Es gibt zwei Dinge, die man in einer romantischen Komödie nicht erwartet: Lebensnähe und James Gandolfini. „Genug gesagt“ hat beides. Der im Juni verstorbene Gandolfini, ein Bär von einem Mann und vor allem bekannt als Mafiaboss aus „Die Sopranos“, ersetzt mit Charisma, Bart und Übergewicht den sexy Loverboy, der sonst zur Standardausstattung des Genres gehört. Regisseurin Nicole Holofcener hat einen untypischen Liebesfilm gedreht, der sich nach echtem Leben anfühlt. Masseuse Eva (Louis-Dreyfus, „Seinfeld“) die viel vom Stricken, aber nichts von kurzen Kleidern hält, verliebt sich in den TV-Archivar Albert (Gandolfini), der zum zweiten Date lieber seinen schlabbrigen Schlafanzug statt Jeans trägt, der Gemütlichkeit wegen. Kennengelernt haben die beiden sich auf einer Party, auf der Eva auch Alberts Ex (Catherine Keener) trifft und sich mit ihr anfreundet, ohne zu ahnen, in welchem Verhältnis Albert zu ihr steht. Doch je enger die Beziehung zu Eva wird, desto schwieriger wird es für Albert, ihr zu erzählen, um wen es sich bei ihrer neuen Freundin wirklich handelt. Bis es zum Eklat kommt, den – wieder genreuntypisch– keine wundersame Fügung wieder hinbiegen kann. Eine glaubhafte, erwachsene Komödie, die zeigt, dass Qualität auch in der Normalität liegen kann – im Kino wie im echten Leben. (no)

Prädikat besonders wertvoll

Genug gesagt (Poster)