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fremd gehen. Gespräche mit meiner Freundin (1999)

fremd gehen. Gespräche mit meiner Freundin (Poster)

Filminhalt

Eva Heldmanns Dokumentarfilm begleitet eine Frau auf ihre erotischen Streifzüge durch Clubs und Kasernen der US-Armee in Frankfurt/M. Weibliche Lust und das Verschwinden der alliierten Militärstrukturen in Deutschland werden direkt thematisiert. Die Offenheit und der Exhibitionismus, mit der eine deutsche Akademikerin über ihre sexuelle Lust spricht und sich mit schwarzen GIs vor der Kamera inszeniert, verkehrt die Perspektive auf eine Kasernen- und Männerwelt. Der Film dokumentiert aber auch eine besondere Topographie, die mit dem Abzug der Amerikaner aus Frankfurt und Umgebung verschwunden ist: Shopping- und Housing Areas, Fast Food Restaurants, wo man mit Dollars bezahlt und brechend volle Clubs. „fremd gehen. Gespräche mit meiner Freundin“ entstand 1999 gemeinsam mit der Regisseurin Eva Heldmann. Er sorgte bei seinem Erscheinen für kontroverse Diskussionen, da seine Inszenierung im Rahmen konventionalisierter Beziehungsgefüge zahlreiche Tabus berührt. Dazu spielt der Film bewusst mit Kontrasten. In einer Mischung aus Fiktion und dokumentarischen Elementen, welche die vergangene Welt der Bars und Kasernen der amerikanischen Armee in und um Frankfurt zeigen, setzt er der strengen Ordnung des Militärs die Unordnung des Begehrens und die Umkehrung traditioneller Geschlechterrollen entgegen. (Autor: Programmkino Lichtblick WS 2010/11)