Frank

„Muss man sehen“ kulturmovies

Break on through: Der talentlose Hobbymusiker Jon (Gleeson) landet ex abrupto als Keyboarder bei der alternativen Undergroundband Soronprfbs. Deren experimenteller Sound klingt, als würden die Doors 80er-New-Wave aufnehmen. Frank (Michael Fassbender) ist der geniale Kopf der Band, im wahrsten Sinne, denn er trägt stets einen großen Pappmachékopf. Jon findet, dass Frank, der aus allem Musik machen kann, berühmt sein sollte – und bringt damit das Gleichgewicht eines Kollektivs ins Wanken, das eins vor allem nicht will: gehört werden … „Frank“ basiert lose auf der 80er-Kunstfigur Frank Sidebottom und der Karriere des bipolar gestörten Songwriters Daniel Johnston. Regisseur Lenny Abrahamson beleuchtet darin alle Aspekte des kreativen, künstlerischen Prozesses – die Leere, den Kampf, die Erlösung, die Öffentlichkeit und ihre Folgen – und fügt noch Wahnsinn hinzu. Und obwohl sein in den waldgrünen und bergseeblauen Farben Irlands und dem Gelb der Sonne Arizonas gehaltener Film nicht den Flow eines Ohrwurms hat – so gelingt ihm doch eine großartige Apologie für die L’art pour l’art; die Kunst, die sich selber genug ist und kein Außen braucht. Und wenn man den letzten, mal eben so von Frank erfundenen und performten Song gehört hat – wird man dem zustimmen. (vs)

Frank (Poster)