Foxtrot

„Kann man sehen“ kulturmovies

Der Foxtrot ist eine Tanzbewegung, die immer wieder an ihrem Ausgangspunkt landet. So hat Samuel Maoz auch seinen Film konzipiert: Als Tryptichon, das eine 360-Grad-Drehbuch vollzieht. Aufgrund seiner kritischen Haltung zur israelischen Armee wurde der Film in Maoz’ Heimatland kontrovers diskutiert; in einem weniger zündstoffreichen Kontext würde er aber allenfalls als halbgare Antikriegsposse durchgehen: Im ersten Akt erhält ein Ehepaar die Nachricht, dass ihr Sohn im Krieg getötet wurde. Binnen weniger Stunden durchlaufen die beiden in lethargischen und gleichzeitig hyperstilisierten Bildern unterschiedliche Trauerphasen. Dann erfahren sie, dass es sich um einen Irrtum handelt. Jetzt wechselt der Film zu ihrem Sohn Jonathan, der mit drei Kameraden an seinem Einsatzort dahinvegetiert. Eigentlich sollen sie die Reisenden kontrollieren, doch der einzige Besucher in diesem Niemandsland ist ein altes Kamel. Magischer Realismus im Schmunzelton, der an die schwächeren Filme von Emir Kusturica erinnert – bis ein Zwischenfall zum letzten Akt überleitet. Die finale Tragödie verpackt Maoz dann als weitere Skurrilität, die die Haltung des Films endgültig verwässert. Mit seinem Venedig-Gewinner „Lebanon“ (2009) hat der Regisseur die Sinnlosigkeit des Krieges schon einmal radikaler aufgezeigt. sb

Foxtrot (Poster)