Fickende Fische

„Muss man sehen“ kulturmovies

Was für ein Titel! Wenn je ein Disney-Zeichentrick so heißen würde, könnte ich wieder an das Gute im Land des Family-Entertainments glauben. Aber zur Sache: Hier geht’s ganz real um Jan (Mewes) und Nina (Rogall), die sich im besten Teeniealter über den Weg laufen, oder besser: über den Haufen fahren. Die Lebenslustige aus schwierigen Familienverhältnissen und der stille Sohn reicher Eltern mögen sich. Er weiht sie in seine private Rückzugswelt ein, die vor allem aus der Stille unter dem Wasser besteht. Nina macht Jans Welt zunehmend bunter, sie verlieben sich. Doch nicht nur familiäre Probleme stehen den beiden im Weg: Jan ist HIV-positiv. Was auf dem Papier wie die Abhandlung möglichst vieler sozialer Probleme in der Zeit von fünf Daily-Soap-Folgen aussieht, ist lebensnahes, emotionales Kino. Ein wenig altbacken inszeniert, aber Gettos Pärchenporträt bemüht sich gar nicht erst um formal trendige Anbiederung an ihr Zielpublikum. Sie nimmt ihre Helden in ihrer Lebensfreude und Verzweiflung ernst. Was es aber mit den fickenden Fischen auf sich hat, muss schon jeder selbst herausfinden. (rk)

Fickende Fische (Poster)