Fast Food Nation

„Muss man sehen“ kulturmovies

Don Henderson (Greg Kinnear), Marketingchef einer US-Fastfoodkette, erfährt, dass der meistverkaufte Burger des Unternehmens vor Kolibakterien nur so wimmelt. In einer Fleischfabrik soll er überprüfen, ob bei der Herstellung der Bratlinge sauber gearbeitet wird. Er findet heraus, dass es hinter den Kulissen alles andere als korrekt zugeht: Hier arbeiten ungelernte illegale Einwanderer, man verarbeitet auch mal den Inhalt eines geplatzten Rinderdarms mit, und Profit ist wichtiger als Qualität. „Fast Food Nation“ basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des Journalisten Eric Schlosser. Richard Linklater („Before Sunset“) machte aus Schlossers Konsum- und Gesellschaftskritik ein emotionales Drama über die Probleme, die durch die Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion entstehen. Kommentarlos begleitet er seine glaubhaften Figuren, und oft lässt er den Zuschauer ohne Dialoge mit den starken Bildern des Films alleine. Natürlich ist es manipulativ, wenn die Kamera minutenlang aus nächster Nähe einfängt, wie Rinder getötet und gehäutet und ihre Augäpfel aus den Schädelknochen geschnitten werden. Es ist visuelle Polemik. Aber es wird dafür sorgen, dass beim nächsten Fastfoodfuttern jeder Bissen Burger im Hals stecken bleibt … (jul)

Fast Food Nation (Poster)