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Entertainment

Entertainment (Poster)

Bewertung

„Muss man sehen“ kulturmovies

Filminhalt

Mit „The Comedy“ hat Independentregisseur Rick Alverson 2012 ein großartiges, gleichsam gallenbitteres Porträt der Generation Ironie gedreht: Ein paar New Yorker Upper-Class-Hipster sind in einer Blase aus Uneigentlichkeit und Zynismus gefangen, eine wahrhaftige Begegnung scheint dort nicht mehr möglich. Auch in „Entertainment“, dem vielleicht unangenehmsten Kinoerlebnis des Jahres, sind die entscheidenden Komponenten Nähe und Wärme gänzlich ausradiert. „Entertainment“ ist die punktgenaue Antithese zum grassierenden Feelgood-Hype, denn Alverson schlägt nicht den Weg in Richtung Gemütlichkeit ein, sondern entwirft eine Dystopie des Zwischenmenschlichen – weder gesteht er seinen Figuren eine Entwicklung zu noch gönnt er dem Zuschauer eine Katharsis. Die Ödnis der kalifornischen Wüste, in der ein namenloser Stand-up-Comedian (Gregg Turkington) durch triste Hinterlandkneipen tourt und dabei einer Reihe von Menschen begegnet, die genauso leer sind wie er, wird hier zur dunklen Seelenlandschaft, in der selbst der Humor seine Unschuld verloren hat. Der Verfall, er schlummert in Turkingtons infamen Pointen, in deprimierend funktionalen Hotelzimmern, im karstigen Steppengeröll. Ein apokalyptischer Film. sb

  • Entertainment (Filmbild 2)
  • Entertainment (Filmbild 3)
  • Entertainment (Filmbild 4)
  • Entertainment (Filmbild 5)