El Fulgor

„Sollte man sehen“ kulturmovies

El Fulgor | Kritik

Die ersten Sequenzen wirken wie eine Dokumentation über das Leben der Gauchos in der argentinischen Pampa. Rhythmisch geschnitten sehen wir Szenen aus dem bäuerlichen Alltag: Pferde werden versorgt, Rinder im Freien zerlegt. Dazwischen die Landschaft, Gesichter, Details der kargen Wohnhäuser. Jedes Motiv ein Stillleben. Doch dann mischen sich unter diese archaische Idylle Bilder aus Gualeguaychú, der Hochburg des argentinischen Straßenkarnevals: Männern, die in laszive, pailletten- und federgeschmückte Kostüme schlüpfen. Halbnackte Menschenmassen, die ekstatisch zu Sambarhythmen tanzen. „El Fulgor“ verweigert sich einer klassischen Genrezuordnung und Erzählung. Die dokumentarischen wie inszenierten Bilder hinterfragen eher beiläufig lokale Rituale, tradierte Vorstellungen von Männlichkeit, und feiern nicht zuletzt die Erotik männlicher Körper. „El Fulgor“ ist ein poetisches Gesamtkunstwerk voller Kontraste und doch aus einem Guss. Denn Martín Farina ist nicht nur für Regie, Buch, Kamera und Schnitt verantwortlich, sondern hat auch den zeitgenössisch-dissonanten und immer wieder dramatisch anschwellenden Orchesterscore mitgeschrieben. Sehr eigen, aber betörend. ascho

El Fulgor | Fotos

El Fulgor | Besetzung

El Fulgor (Poster)

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