Ein nasser Hund

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Die Tatsache, dass „Ein nasser Hund“ auf der Autobiografie des Politologen und Autors Arye Sharuz Shalicar basiert, hilft und schadet dem Film zugleich: Einerseits lässt sie keinen Zweifel an der Bedeutung dieser aufrüttelnden Geschichte über Antisemitismus unter Berliner Jugendlichen; andererseits stechen die Klischees umso schmerzhafter ins Auge.

Der junge Iraner Soheil (Doguhan Kabadayi) zieht mit seiner Familie nach Wedding, wo er in der Gang von Husseyn (Mohammad Eliraqui) zwischen Syrern, Türken, Kurden und Palästinensern schnell Anschluss findet. Doch Soheil hat ein Geheimnis, von dem seine muslimischen Freunde nie erfahren dürfen: Er ist Jude. Regisseur und Drehbuchautor Damir Lukačević hat die meisten Rollen mit Laiendarsteller*innen besetzt, sodass Soheil und seine Freunde – im deutschen Film keine Selbstverständlichkeit – wie echte Jugendliche klingen. Insbesondere im letzten Drittel irritieren einige übertriebene Wendungen, doch auch sie können dem beklemmenden Thema im Zentrum nicht die Relevanz nehmen. „Ein nasser Hund“ kommt ab dem 9. September in die Kinos. mj

Ein nasser Hund (Poster)