Ein Lied für Nour

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Nicht nur das Logo ist identisch, auch die Träume der Castingteilnehmer bei „Arab Idol, dem arabischen Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“, unterscheiden sich kaum. Als Mohammad Assaf 2013 diesen Wettbewerb gewann, ging seine Geschichte um die Welt: Der junge Mann aus dem Gazastreifen wurde zum Idol, Friedensbotschafter und Hoffnungsträger für seine palästinischen Landsleute. Wenn sich in Hany Abu-Assads Biopic echte Aufnahmen jubelnder Menschenmassen auf den Straßen von Gaza-Stadt mit den Filmszenen mischen, ist die Euphorie, aber auch die Verantwortung zu spüren, die nun auf Assaf (Tawfeek Barhom) lastet. Sein abenteuerlicher Weg von der illegalen Ausreise aus Gaza über Kairo bis zum Finale ist durchaus sympathisch, aber auch wenig überraschend erzählt. Anders als in Abu-Assads Oscar-nominierten Vorgängerfilmen „Paradise now“ und „Omar“ bleiben die politischen Konflikte eher im Hintergrund. Herzerfrischend hingegen, aber vom zweiten Filmteil ziemlich losgelöst, sind die Episoden aus Assafs Kindheit, in der er mit seiner Schwester und Freunden eine Band gründet und auf Hochzeitsfeiern Bühnenerfahrung sammelt. ascho

Ein Lied für Nour (Poster)