Ein letzter Job

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Brian Reader ist 77, Rentner und verwitwet. Ihm ist langweilig, so ganz ohne Aufgabe. Was liegt also näher, als noch mal in den erlernten Beruf zurückzukehren? Schnell sind fünf weitere Rentner rekrutiert, die unter Führung Readers (Michael Caine) den Einbruch in eine Depotfirma planen, wo im Keller in Schließfächern Diamanten und Bargeld im Wert von 200 Millionen Pfund lagern. Lediglich für die moderne Alarmanlage brauchen sie jugendlichen Beistand: Basil (Carlie Cox) kennt sich aber nicht nur mit der Technik aus, er ist der einzige der Truppe, der um die CCTV-Kameras an jeder Straßenecke weiß und sich mit mit Mütze und Perücke unkenntlich macht. Regisseur James Marsh gelang ein beeindruckend realistischer Anti-„Ocean’s 11“-Einbruchskrimi nach wahrer Begebenheit; er wusste vom Hatton-Garden-Raub aus dem Jahr 2015 Dank eines Guardian-Redakteurs jedes Detail. Wie 60- bis 80-Jährige über die Osterfeiertage beharrlich einen Tunnel bis an ihr Ziel bohren, um hinterher aufgrund ihres Intrigantentums untereinander, aber auch wegen ihres Altersstarrsinns aufzufliegen, hat Marsh mit lakonisch-britischem Humor in Szene gesetzt. jw

Ein letzter Job (Poster)