Ein königlicher Tausch

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Das hat sich der Herzog von Orleans fein ausgedacht: Die Tochter des spanischen Königs heiratet den französischen Monarchen Ludwig XV. – und umgekehrt schickt er seine eigene Tochter Anna nach Spanien, damit sie den Königssohn Don Luis ehelicht. Dass Anna erst vier, Ludwig erst elf und Louise erst zwölf ist, spielt keine Rolle: Staatsräson geht vor, und beide Länder brauchen nach einem langen teuren Krieg den Frieden. Der historische Hintergrund von „Ein königlicher Tausch“ ist reichlich komplex, und deswegen verbringen einige der Figuren auch sehr viel Zeit damit, es den anderen zu erklären – die es, im Gegensatz zum Zuschauer, natürlich eigentlich nicht erklärt kriegen müssten. Der prachtvoll ausgestattete Rokoko-Bilderbogen ist schön anzusehen, aber erweist sich als recht zäh. Obwohl eigentlich Drama genug vorhanden wäre. Denn während Louise sich in Madrid weigert, sich anzupassen, und immer stärker aneckt, sammeln sich in Versailles die Widersacher der Aussöhnung mit Spanien … Der schöne Plan des Herzogs geht gründlich in die Kniebundhose. Allerdings kratzt der Film letztlich auch nur an der Oberfläche – außer Pferdekutschen, Reifröcken und lockigen Perücken nichts oder nicht viel gewesen. rr

Ein königlicher Tausch (Poster)