Ein gutes Jahr

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Wenn harte Männer altern, werden sie weich und sensibel und geben sich gutem Wein, schönen Frauen und idyllischen Landschaften hin. So zumindest lautet die Botschaft von „Ein gutes Jahr“. Ridley Scott erzählt in seinem Drama die Geschichte des skrupellosen Investmentbankers Max Skinner (Crowe), den eine unerwartete Erbschaft aus dem Alltag reist: Sein verstorbener Onkel Henry hinterlässt ihm ein Weingut in der Provence, auf dem Max zuletzt als kleiner Junge war. Widerwillig reist der gestresste Geschäftsmann nach Frankreich, um das Landstück möglichst Gewinn bringend zu verkaufen. Doch die Reise gerät zum Selbstfindungstrip – und Max lernt, die schönen Seiten des Lebens zu genießen. Scott kleidet die vorhersehbare und stellenweise kitschige Story in wundervoll kontrastreiche Bilder: Während in Max’ Londoner Büro kühles Neonlicht auf Edelstahl strahlt, ist das französische Land ein sonnendurchflutetes Paradies, das eingehüllt ist in einen Mantel aus Staub. Rückblenden zeigen zudem Max’ Kindheit beim schwelgerischen Onkel (Albert Finney) – hier wirkt das Weingut endgültig, als sei es einem weichgezeichneten Traum entsprungen. (jul)

Ein gutes Jahr (Poster)