Drive My Car

„Muss man sehen“ kulturmovies

Drive My Car | Kritik

Am Weihnachtswochenende kommt dieser wunderbar zurückhaltende Dreistünder Drive My Car in die Kinos. Ryusuke Hamaguchi hat die gleichnamige, 20-seitige Kurzgeschichte Haruki Murakamis verfilmt. Theaterregisseur Yusuke (Hidetoshi Nishijima) ist mit der Autorin Oto (Reika Kirishima) liiert, die den Sex mit Yusuke immer dazu nutzt, gleichzeitig an ihrem nächsten Drehbuch zu arbeiten. Kurz bevor er Oto mit dem Verdacht konfrontieren kann, dass sie ihn betrügt, stirbt sie an einem Aneurysma. Zwei Jahre später glaubt Yusuke, den Liebhaber in einem Schauspieler wiederzuentdecken, der in Hiroshima bei ihm vorspricht, wo Yusuke Tschechows „Onkel Wanya“ inszeniert.

Wie können aus 20 Seiten Text drei Stunden Film werden? Drive My Car arbeitet mit sehr viel Tschechow, die Bühnenhandlung von „Onkel Wanya“ ist ständig präsent, entweder im Auto, wo Yasuke den Text wieder und wieder einstudiert, oder beim Vorsprechen und schließlich in den Proben. Das intensive Arbeiten mit Text aber verschafft dem Film eine extrem ruhige Note, die nur manchmal brüsk aufgebrochen wird. Drive My Car ist der Film eines vereinsamten Menschen, der sich schließlich einer Frau öffnet: In Hiroshima darf er aus versicherungstechnischen Gründen nicht selbst Auto fahren und muss deshalb eine Fahrerin ans Steuer seines Saab 900 lassen muss. jw

Drive My Car | Fotos

Drive My Car | Besetzung

Drive My Car (Poster)

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