Die Truman Show

Truman Burbank (Carrey) führt ein nettes Leben in einem netten Ort mit einer netten Ehefrau. Was er nicht weiß, ist, daß sein Leben eine Reality-Show ist, mit Schauspielern als Freunden und erfundener Biografie, die an 365 Tagen im Jahr weltweit live im Fernsehen läuft. Truman kapiert und unter den Augen von 1,7 Millarden Zuschauern will er die Gitterstäbe seines medialen Gefängnisses durchtrennen und aus seinem fiktiven Dasein eine reale Existenz machen. Weirs Kunst liegt in der Inszenierung. Stück für Stück erschließt sich die Grausamkeit der Trumanschen Welt, in der die Gattin Eheprobleme mit Werbespot-Slogans löst und im Autoradio eine Kamera versteckt ist. Carrey, sonst berüchtigt für Klamauk und Kalauer, spielt überwältigend gut. Hilflos stolpert er durch die Puppenhausatmosphäre seines Dörfchens und hält den riesigen Scheinwerfer da oben stets für die gleißende Sonne. „Realität ist das, was man uns als Realität verkauft“ findet Trumans Ersatz-Vater und Showmacher Christof (Harris). Das macht den Griff zur Fernbedienung ungleich schwerer. „Die Truman Show“ ist eine bitterböse Farce im Gewand einer weisen Satire, die sich als sanfte Metapher über die Wahrheit in den Zeiten der allmächtigen Medien herausstellt. Oder anders gesagt: ein Film ohne Makel. (vs)

Die Truman Show (Poster)