Die Kommune

„Kann man sehen“ kulturmovies

Im Kopenhagen der 70er Jahre versucht das Akademikerpaar Erik (Ulrich Thomsen) und Anna (Trine Dyrholm) aus seiner Alltagsroutine ausbrechen, indem es mit einigen Gleichgesinnten eine Kommune gründet – und scheitert … Es gäbe viel zu erzählen über die Kollision von Idealen mit individuellen Bedürfnissen auf der einen und gesellschaftlichen Anforderungen auf der anderen Seite. Doch Regisseur Thomas Vinterberg („Das Fest“) verharrt an der Oberfläche. Den Fokus legt er auf das Beziehungsdreieck von Anna, Erik und der Studentin Emma. Ausgerechnet Anna, anfangs noch die größte Verfechterin freier Liebe und zwanglosen Zusammenlebens, weiß mit der neuen Offenheit nicht umzugehen; mehr noch, sie mutiert von der Idealistin zur eifersüchtigen Furie – womit sich auch das Geschlechterverständnis des Films als wenig progressiv erweist. Am Ende gibt es für alle Beteiligten mal wieder nur einen Weg: den in die monogame heterosexuelle Zweierbeziehung. Warum der Ausbruch aus bürgerlichen Konventionen letztlich nur eine Illusion bleibt, dazu liefert der formal wie inhaltlich konservative Film nicht nur keine Antworten – er fragt nicht einmal danach. (sb)

Die Kommune (Poster)