Die Hölle – Inferno

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Mit „Anatomie“ legte der Österreicher Stefan Ruzowitzky im Jahr 2000 einen wenig subtilen Horrorthriller vor, der sich zum Kassenschlager mauserte. Deftige Genrekost bietet auch sein neuer Film. Handlungsort ist ein regennasses Wien, in dem die Figuren zwischen Dunkelheit und grellen Neonlichtern umherschleichen. Im Mittelpunkt des reichlich kruden Plots steht die türkischstämmige Taxifahrerin Özge (Violetta Schurawlow), die eines Nachts einen brutalen Mord im Nachbarhaus beobachtet und dem Täter dabei direkt in die Augen schaut. Der Startschuss für ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich die junge Frau erstaunlich gut zu wehren weiß. Große Thrillerkunst sieht anders aus, zumal der überzeichnete Reißer im Mittelteil spannungstechnisch durchhängt. Dank einer kantig-schlagkräftigen Protagonistin, die sich nicht in die Opferrolle drängen lässt, und eines ruppigen Ermittlers (stark: Tobias Moretti) entwickelt der Film immerhin in einigen Passagen handfeste Intensität. cd

Die Hölle - Inferno (Poster)