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Der Schnee am Kilimandscharo

„Muss man sehen“ kulturmovies

Der Schnee am Kilimandscharo | Kritik

Der Hafen von Marseille. Eine Gruppe Arbeiter steht auf dem Werftgelände. Gewerkschaftler Michel (Jean-Pierre Darroussin) verliest Namen, darunter auch seinen eigenen – und entlässt die Genannten. In eine Identitätskrise stürzt ihn aber erst, als er von einem geschassten Kollegen überfallen wird und Verständnis für ihn entwickelt. Der Film spricht jenseits von Gut-Böse-Schubladen ein wesentliches Dilemma postindustrieller Gesellschaften an: Wut und Ohnmacht der Prekarisierten richten sich gegen jene, die zwar auf ihrer Seite stehen, sich aber in ihrer Bürgerlichkeit eingerichtet haben. Michel hat es gut, das sagen auch die Bilder seiner lichtdurchfluteten Terrasse mit Meerblick und maritimer Brise – wären da nicht die Armut des Ex-Kollegen und seine zwei jüngeren Brüder, die nun auf sich allein gestellt sind. Am Ende bietet Regisseur Robert Guédiguian einen Ausweg an, der nicht revolutionär, aber humanistisch ist: Michel und seine Frau begegnen den Ungerechtigkeiten mit so viel Courage und blindem Verständnis füreinander, dass einem das Herz aufgeht. (jj)

Der Schnee am Kilimandscharo | Fotos

  • Der Schnee am Kilimandscharo (Filmbild 2)
  • Der Schnee am Kilimandscharo (Filmbild 3)
  • Der Schnee am Kilimandscharo (Filmbild 4)
  • Der Schnee am Kilimandscharo (Filmbild 5)

Der Schnee am Kilimandscharo | Besetzung

Der Schnee am Kilimandscharo (Poster)