Der Flug des Phoenix

„Kann man sehen“ kulturmovies

Machen wir es kurz: Das Remake von „Der Flug des Phoenix“ kann nicht mit Robert Aldrichs Klassiker von 1965 mithalten. Die Geschichte ist dieselbe: Ein Transportflugzeug stürzt in der Wüste ab, und aus den Trümmern der Maschine bauen die Überlebenden den titelgebenden Phoenix, der sie aus der Einöde retten soll. Regisseur John Moore modernisiert die Story: Mit Computeranimation stellt er den Absturz ungleich detaillierter dar als im Original und gleicht auch die Zusammensetzung der Gruppe der Gegenwart an – diesmal sind auch Frauen unter den Überlebenden und fast alle Ethnien. Der penible deutsche Ingenieur, damals von Hardy Krüger gespielt, weicht einem europäisierten Flugzeugbauer, den Giovanni Ribisi nicht immer logisch, dafür geheimnisvoll gibt. Doch wo Aldrich ein dichtes Kammerspiel zwischen Dünen inszenierte, versteht sich Moore nur auf Abziehgefühle, die er bei Bedarf mit dröhnendem Soundtrack unterlegt. Fast scheint es, als traue er seinen Schauspielern nicht. Vor allem nicht Dennis Quaid, der als Pilot das schwere Erbe von James Stewart antritt und dessen differenziertes Spiel vornehmlich durch die Präsentation seines verschwitzten Oberkörpers ersetzt. (to)

Der Flug des Phoenix (2004) (Poster)