Der Fluch der goldenen Blume

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Eine Königin (Gong Li), die die Macht an sich reißen will und eine Affäre mit ihrem Stiefsohn hat. Ein intriganter König (Chow Yun Fat), der seine Frau langsam, aber sicher vergiften lässt. Der jüngste Sohn (Qin Junjie), der seinen Vater bis aufs Blut hasst: Shakespeare wäre beeindruckt von diesem opulenten Königsdrama. Basierend auf dem Drama „Das Gewitter”, einem der berühmtesten Stücke des chinesischen Theaters, ruft Regisseur Zhang Yimou zur Materialschlacht der Superlative auf. Szenen im Königspalast, wo die Komplotte zwischen Brokat, Seide und Ebenholz geschmiedet werden, sind dabei ebenso verschwenderisch choreografiert wie die mit Zeitlupe und Zeitraffer stilisierten Martial-Arts-Kämpfe. Massen an Statisten sind im Einsatz, wenn Zhang Yimou lange Reihen von Mädchen gleichzeitig ihren Goldschmuck anlegen lässt und sich Heerscharen von Ninjakämpfern auf das Dach des Schlosses abseilen. Die Präzision der Sequenzen setzt bildlich die chinesische Tradition um, dass man bis in den Tod das Gesicht zu wahren und den strengen Sitten zu folgen hat – sei der Kern hinter der Fassade auch noch so verfault. Das Drama endet, wie auch Shakespeare es gehalten hätte: mit einem Prunksaal voller Leichen. (bl)

Der Fluch der goldenen Blume (Poster)