Der ewige Gärtner

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Internationale Pharmaunternehmen sind Verbrecher, wissen wir. John Le Carré schreibt gediegene Thriller – ist auch bekannt. Was wir nicht wussten: dass man aus diesen altbekannten Zutaten noch einen guten Film machen kann. Tessa (Rachel Weisz) ist die Frau eines britischen Diplomaten und kommt in Kenia einer Verschwörung auf die Spur. Kurz darauf wird sie ermordet. Ihr Mann Quayle (brillant: Ralph Fiennes) macht sich auf die Suche nach den Schuldigen und legt sich dabei mit jedem an – mit lokalen Machthabern, Geschäftemachern und der Regierung in London. Gekonnt inszeniert Regisseur Meirelles („City of God“) den Gegensatz zwischen Erster und Dritter Welt als visuelles Konzept. Afrika erscheint jenseits von Ethnokitsch: Slums, zynische UN-Mitarbeiter und Bürgerkriegsgräuel, getaucht in schmutziges Gelbbraun, in dem selbst die gerne als Naturparadies inszenierte Savanne wie ein Ort der Trostlosigkeit aussieht. Als Quayle dann nach London fliegt, ist alles von kaltem Blau, aufragendem Glas und Beton und dem Surren der Überwachungskameras dominiert. Diese Ästhetik mit ihren grobkörnigen und verwackelten Bildern verleiht dem Film eine fiebrige Intensität, ist aber auch seine Schwäche: Zuweilen interessieren Meirelles seine Bilder mehr als die Handlung. Le Carré bekommt diese optische Frischzellenkur jedoch hervorragend. (arm)

Der ewige Gärtner (Poster)