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Comrades in Dreams – Leinwandfieber (2006)

Bewertung

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Filminhalt

Zumindest in unserer Welt ist das Kino dabei, seine exklusive Stellung als größter Geschichtenerzähler an die DVD und das Internet einzubüßen. Uli Gaulke („Havanna, mi amor“) setzt dieser Tendenz vier Geschichten entgegen: Anup versorgt mit seinem mobilen Zeltkino die indische Provinz mit großen Liebesgeschichten und sucht nebenbei selbst eine Frau fürs Leben. Han Yong-Sil betreibt in Nordkorea Genossenkino im Geiste Kim Jong Ils, während auf der in vieler Hinsicht anderen Seite der Erde Penny im amerikanischen Wyoming ehrenamtlich im Dorfkino das Popcorn ausgibt. Und in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, hat derweil die „Titanic“-Vorführung mit der medialen Konkurrenz zu kämpfen, die hier noch vornehmlich aus Fernsehen und Videorekordern besteht. Am Ende vergreift sich Gaulke im Bild, filmt die Nordkoreanerin in Kate Winslets berühmter„Titanic“-Pose am Bug und schiebt ihr somit unter, das falsche Leben im Falschen zu führen. Davon abgesehen gelingt ihm ein Welt umspannendes, tragischkomisches Porträt von unterschiedlichsten Gesellschaftsformen, die einem vom Aussterben bedrohten Ritual huldigen: dem gemeinsamen, öffentlichen Träumen, dem Ausgeliefertsein an die eigenen Gefühle in einem Soziotop aus Freunden und Fremden, im Schutz des dunklen Kinosaals. Es lebe das Kino! (rk)

  • Comrades in Dreams - Leinwandfieber (Poster)
  • Comrades in Dreams - Leinwandfieber (Filmbild 2)
  • Comrades in Dreams - Leinwandfieber (Filmbild 3)
  • Comrades in Dreams - Leinwandfieber (Filmbild 4)
  • Comrades in Dreams - Leinwandfieber (Filmbild 5)