C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben

„Kann man sehen“ kulturmovies

Familiengeschichten sind immer ein zweischneidiges Schwert: Einerseits verlockend, denn wirklich jeder kann mit dem Thema etwas anfangen. Andererseits muss man sich entscheiden. Will man das Beiläufige erzählen oder das große Drama? Das Beiläufige ist charmant, birgt aber die Gefahr der Langeweile. Das Drama kämpft oft mit der Glaubwürdigkeit. Um auf Nummer sicher zu gehen, versucht Regisseur Rémi Bezançon den Mittelweg – und tappt dabei sowohl in die Beliebigkeitsfalle als auch ins Dramafettnäpfchen. In Episoden erzählt er die Geschichte von Taxifahrer Robert (Jacques Gamblin), seiner mit der Unzufriedenheit kämpfenden Frau Marie-Jeanne (Zabou Breitmann) und ihren drei Kindern: dem zielstrebigen und gleichzeitig wütenden Albert (Pio Marmai), der Rebellin Fleur (Déborah François) und dem verantwortungsscheuen Raphael (Marc-André Grondin). Gerade Grondin würde man nach dem ebenfalls der anekdotenhaften Nostalgie verhaftetem „C.R.A.Z Y.“ (2006) eine gute Rolle wünschen – denn „C’est la Vie“ krankt weder an seinen Schauspielern noch an seinen Einzelgeschichten – sondern an dem Wunsch nach Größe. (kab)

C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben (Poster)