Cars

„Muss man sehen“ kulturmovies

Wenn Konsum in der Massengesellschaft prägend für das Individuum ist, ist es nicht weit her mit dem Einzelnen. Das sehen auch die amerikanischen Trickfilmer von Pixar so und schmeißen die Menschen gleich komplett aus dem Film. In „Cars“ hat alles, was Benzin frisst, ein eigenes Ich. Die Folge: ein gelungener Film über Egoismus, Eitelkeit und die Möglichkeit zur Besserung. Alles wie gehabt also, und dennoch irgendwie neu, irgendwie gut. Luigi zum Beispiel, der Fiat 500, der das Reifengeschäft „Casa della Tires“ betreibt, ist dank der Synchronstimme von Rick Kavanian ein durchgeknallter Italiener auf der Suche nach einem Feilschpartner. Oder Bully (Herbig natürlich!), der alte VW-Hippie-Bus, der jeden Morgen Hendrix Version vom „Star Spangled Banner“ spielt, während Armee-Jeep Sarge die amerikanische Flagge hisst: Archetypen, die so etabliert sind, dass sie keine menschliche Form mehr benötigen. Ach ja, die Handlung: Lightning McQueen, ein erfolgreicher Rennwagen, kommt buchstäblich vom Weg ab und landet irgendwo in der Provinz, wo noch Werte zählen, nicht das schnelle Geld. Und wo die Liebe wartet … (jw)

Cars (Poster)