Call Me Kuchu

„Sollte man sehen“ kulturmovies

„Call me Kuchu“ wurde mit viel zu wackeligen Handkameras gedreht und ist kein ästhetischer Wurf, der das Genre des Dokumentarfilms künstlerisch weiterbringt. Politisch aber ist der Dokumentarfilm von Katherine Fairfax Wright und Malika Zouhali-Worrall von enormer Bedeutung, wird doch seine zentrale Figur während der Dreharbeiten im Januar 2011 ermordet: David Kato, Ugandas erster bekennender Schwuler und Menschenrechtsaktivist. War der Film bis dahin noch eine Mischung aus Party und Politik der schwulen Community, so eskaliert die Situation spätestens auf der Beerdigung Katos, als die Freunde des Ermordeten vom Pfarrer aufs Übelste beleidigt werden. Christlich-religiöse Gruppen in Uganda hetzen seit Jahren gegen westlich-liberale Lebensformen, vor allem aber gegen eine selbstbestimmte sexuelle Orientierung. Gegen diesen Trend sowie gegen das geplante Gesetz gegen Homosexualität kämpft die queere Community, der Kato vorstand. „Call me Kuchu“ ist ein Dokument dieses Kampfes. (jw)

Call Me Kuchu (Poster)