C.R.A.Z.Y. – Verrücktes Leben

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Christian, Raymond, Antoine, Zachary und Yvan – sie sind schon eine verrückte Familie, die frankokanadischen Beaulieus mit ihren fünf Söhnen: Der Macho-Rebell, der Bücherwurm, der Sportler, das Dickerchen und der Schwule Zac (Marc-André Grondin). Der hat es mit dem Leben, der Liebe und dem Aznavour-Schlager schmetternden Übervater Gervais (Michel Côté) am schwersten und steht deswegen im Mittelpunkt. Regisseur Jean-Marc Vallée dampft gut 20 Jahre Coming-of-Age und Coming-out Zacs auf zwei Stunden ein. Damit überfrachtet er seinen Film. Vallée mag sich nicht entscheiden: zwischen dem Abbilden schöner Menschen, dem David-Bowie-Soundtrack, nostalgischer Sonntagsfotografie und Sakralkitsch – Zac und seine Mutter haben eine göttliche Verbindung –, zwischen Komödie und Drama. Wie ein Ölfleck breitet sich die Geschichte an der Oberfläche aus, eitel schillernd – aber ohne Tiefgang. (kab)

C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben (Poster)