Bungalow

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Sein Trupp hat ihn einfach auf dem Rastplatz vergessen. Dem 19-jährigen Paul (Burmeister) kommt das nur gelegen. Statt zurück zur Kaserne fährt der Bundeswehrrekrut zu seinen Eltern. Der Bungalow ist verwaist, das Haus gehört ihm alleine. Bis überraschend sein älterer Bruder mit seiner Freundin auftaucht, in die sich Paul verliebt. Köhler lässt sich in seinem Debüt viel Zeit, um diese kleine Dreiecksgeschichte zu erzählen. Die Tristesse des öden sommerlichen Provinzalltags und die Unentschlossenheit und Perspektivlosigkeit des trägen Paul beschreibt er mit formaler Strenge. Aber auch mit viel Raum für lakonischen Humor, was für subtile Spannung sorgt. Wann, fragt man sich ständig, geht dieses emotionale Pulverfass eigentlich in die Luft? Um diese Wirkung zu erzeugen, benötigt Köhler nicht viel Text. Schließlich hat er ja glänzende Schauspieler zur Verfügung, denen es gelingt, ihren eigentlich banalen Figuren ein glaubhaftes Lebensgefühl zu verleihen. (ascho)

Bungalow (Poster)