Brokeback Mountain

„Muss man sehen“ kulturmovies

Mein Pferd und ich erklimmen einen Berg. Schneebedeckte Gipfel am Horizont. Ich pfeife kurz, und mein Hund treibt ein ausgerissenes Schaf zurück zur Herde. Mein Name ist Jack. Ich warte auf meinen Kollegen Ennis. Wir beide sind zu Hauptfiguren in „Brokeback Mountain“ geworden, weil wir uns lieben und die Umstände uns daran hindern, gemeinsam glücklich zu sein. Stattdessen werden wir Familien gründen und ihnen niemals so gerecht werden, wie sie es verdient hätten. Ein Drama, so alt wie die Menschheit. Jetzt reden alle darüber, als wären wir, als wäre dieser ruhige kleine Film eine Sensation, als wäre unser Land tatsächlich wild and frei. Heath und Jake sind jedenfalls Milchbubis im Vergleich zu uns hier oben, aber, hey, sie sehen besser aus und machen ihre Sache gut. Und damit meine ich nicht nur die Sache, die weder öfter noch spannermäßiger daherkommt als in „Sommersturm“ mit Robert Stadlober, wegen dem ihr auch nicht gerade die Kinos gestürmt habt. Meister Ang konzentriert sich eher auf unser unromantisches Versteckspiel im harten Alltag. So hat er unsere Sehnsucht nach einem kompletten Leben der Zigarettenwerbung entrissen und sie in ehrliche und trotzdem elegische Breitwandbilder umgesetzt. Der Hype drumherum erzählt weniger über den Film als über unsere Gesellschaft. (rk)

Brokeback Mountain (Poster)