Brautalarm

„Kann man sehen“ kulturmovies

Wollten Sie immer schon mal eine fette Frau ins Waschbecken scheißen sehen? Glückwunsch, dann hat Paul Feig Ihren Film des Jahres 2011 gedreht! So derbe wie in „Hangover“ sollte es zugehen, nur eben mit Frauen. Doch weil Feig anscheinend denkt, dass diese darüber hinaus auch noch was fürs Herz brauchen und ihr stets angeschlagenes Selbsbewusstsein gestreichelt werden muss, soll Annie (Kristen Wiig) nicht bloß die schlechteste Trauzeugin der Welt sein, sondern dabei auch noch ihre letzte Trennung und das Scheitern ihrer Cupcake-Bäckerei verkraften. Und das ist unterm Strich einfach öde. Wiigs Figur fehlt der pummeldumme Charme einer Bridget Jones, den Gags die Konsequenz. Die dicke (!) Schwester (!!) des Bräutigams (!!!) verkündet zwar einerseits, man könne das Waschbecken jetzt wegschmeißen – andererseits baut sie Annie mit einem Gespräch unter Freundinnen auf, als die nach diversen Chaosaktionen in Depressionen versinkt. Punkte gibt es dafür nur auf der Fremdschämskala. Aus Mitleid und für die süßen Hundewelpen. (kab)

Brautalarm (Poster)