Berg Fidel – Eine Schule für alle

„Muss man sehen“ kulturmovies

Sechs Jahre nach ihrem Dokumentarfilm „Berg Fidel – Eine Schule für alle“ begleitet Regisseurin Hella Wenders erneut David, Jakob, Anita und Samira, vier Teenager mit Behinderung. Sie kennen sich zwar von der inklusiven Grundschule Berg Fidel, gehen aber nun eigene Wege. Einfach ist das nicht: Während Samira echte Freunde sucht, will Anita ihren Hauptschulabschluss nachmachen, David seine Klavierstücke herausbringen und sein Bruder Jacob die große Liebe finden. Wenders beschränkt sich dabei nicht auf die Schlüsselmomente im Leben der vier, wie die ersehnte Aufnahme in die nicht behinderte Clique. Sie fängt auch vermeintlich Nebensächliches ein: David albert beim Essen mit der Familie herum, Samira entschließt sich, auf ewig Kind bleiben zu wollen, und Jakob bietet seinem Lampenfieber vor dem Referat die Stirn. In unbeschwerten Momenten wie diesen offenbaren sich die Protagonisten und kommen aus sich heraus, fernab von ihren vergeblichen Versuchen, den falschen Freunden gefallen zu wollen. Die Handkamera, die Wenders hier einsetzt, verleiht diesen Szenen Nähe und Intimität; in anschließenden Interviews reflektieren Anita, David, Samira und Jacob das Gezeigte. Und auch wenn es ihnen schwer fällt, so müssen sie doch akzeptieren, dass sich nicht alle ihre Träume auf dem Weg zum Erwachsensein erfüllen werden – Anita etwas muss sich mit einem Minijob im Fastfoodladen begnügen. Doch, das macht der Teenager klar und das ist auch die Kernaussage des Films: Aufgeben gilt nicht. ck

Berg Fidel - Eine Schule für alle (Poster)