Bekas

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Im Jahr 1990 wachsen die Brüder Zana und Dana als Waisenkinder in einem kurdischen Dorf auf. Als im örtlichen Kino „Superman“ gezeigt wird, können sie durch ein Fenster einen Blick auf die Leinwand erhaschen – und träumen fortan von der „großen Stadt“ Amerika. Auf dem Rücken des Esels Michael Jackson machen sie sich auf eine aussichtslose Reise … Regisseur Karzan Kader verknüpft eigene Kindheitserinnerungen und die Idee des Kinos als Sehnsuchtsort zu einem klassischen Abenteuerfilm. In den Bildern von spärlich eingerichteten Hütten und der von Bergen und Tälern gesäumten Landschaft verzichtet Kader auf künstliches Licht und erzeugt so eine große Wirklichkeitsnähe. Seine Schilderung der Lebensrealität eines unterdrückten und armen Landes jedoch wirkt befremdlich und verklärend: Der Umgang ist rau, aber meistens herzlich, es hagelt Ohrfeigen im Minutentakt, doch wird die Alltagsgewalt stets durch Slapstick abgefedert, der keine Wahrhaftigkeit zulässt. Und nachdem die immer ein bisschen zu niedlich in Szene gesetzten Brüder diversen Gefahren trotzen mussten, finden sie ihr persönliches Glück schließlich ineinander – eine Botschaft, so schlicht und vorhersehbar wie der ganze Film. (sb)

Prädikat besonders wertvoll

Bekas (Poster)