Beasts of the Southern Wild

„Muss man sehen“ kulturmovies

Die Haare wild und ungezähmt, die Gummistiefel so groß wie der Wille unbegrenzt: Die sechsjährige Hushpuppy (Quevenzhané Wallis) lebt mit ihrem kranken und saufenden Vater (Dwight Henry) in den Bayous, Louisianas weitläufigen Sumpfgebieten. Hier, im Örtchen Bathtub, läuft das Wasser nach einem Hurrikan nicht ab, die Flutmauern verhindern das; hier trotzen die Trinker und Träumer, die Armen und Vergessenen der Natur, tanzen zum Tode, beschießen den Sturm mit Schrotkugeln. Hushpuppy hält sich Frösche, Fische und Hühner ans Ohr, um die Melodie ihres Herzschlags zu erhorchen, und sie schaut urzeitlichen Monstern mutig in die Augen. Regisseur Benh Zeitlin und das Künstlerkollektiv Court 13 tauchen tief ein in die amerikanischen Südstaaten und ihre bizarren Mythen und Traditionen, die mehr als einmal die Grenzen zwischen Realität und Fiktion mit goldenen Schleiern überziehen und so verschwimmen lassen. Besetzt mit Laien, entwickelt das apokalyptische Sozialmärchen sich zu einem surrealen Bilder- und Farbenrausch in Grün, Blau und Holzbraun. Und wird zum sprichwörtlich fantastischen Aufbegehren gegen Umweltverschmutzung und Ausgrenzung. (vs)

Beasts of the Southern Wild (Poster)