Beach Bum

„Kann man sehen“ kulturmovies

Die gute Nachricht: Im Kino ist weiterhin alles möglich. Zum Beispiel dies: Harmony Korine, dessen Sinnes- und Geschmacksfrontalangriffen „Gummo“ oder „Spring Breakers“ man sicher manches vorwerfen konnte, ganz sicher aber nicht Langeweile, tut mit seinem ersten Film seit fast sieben Jahren nun genau das – langweilen. Nicht nur, weil er sich einem der überkommensten Genres überhaupt angenommen hat: der Stoner-Komödie. Matthew McConaughey lebt als dauerkiffender Hippiepoet Moondog am Strand von Miami in den Tag hinein, bis seine Frau Minnie (Isla Fisher) überraschend verstirbt – doch ihr Erbe bekommt er nur, wenn er endlich seinen zweiten Roman schreibt. Wie auch Moondog der Mittelpunkt seiner eigenen Welt ist, kreist auch der Film in einer Aneinanderreihung von redundanten Montagen einzig um ihn, der mit blonder Mähne, schriller Kostümierung und breitem Genuschel penetrant als Jetzt-schon-Kultfigur modelliert ist.

„Beach Bum“ sprengt keine Grenzen

Und obwohl Moondog nicht eben so sympathisch ist, dass man gern 90 Minuten mit ihm verbringt, himmelt ihn Korine recht ungefiltert dafür an, dass er so kompromisslos sein Ding durchzieht – ist das am Ende auch ein überzeichnetes Selbstporträt des oft als Enfant Terrible verstandenen Regisseurs? Doch obwohl „Beach Bum“ wie schon „Spring Breakers“ in tropischen Neonfarben erglüht und ein wüstes Splatter-Intermezzo zumindest für etwas Abwechslung sorgt: Grenzen sprengen will Korine nicht mehr. msb

Beach Bum (Poster)