Barfuss

„Kann man sehen“ kulturmovies

Til Schweiger spielt den Verlierertypen Nick, der in einer psychiatrischen Klinik einen miesen Aushilfsjob annehmen muss. Hier stößt er fliesenfeudelnd auf Leila (neu und gut: Johanna Wokalek), die er gerade noch vom Selbstmord abbringen kann und nun nicht mehr los wird. Es folgt ein Roadmovie mit zwei Außenseitern, das mal anrührend, mal pathetisch, mal witzig und mal langweilig ist. Nick, von Schweiger mit seiner typischen Mischung aus Rotzigkeit und mangelnder Begabung gegeben, entdeckt sein Verantwortungsgefühl, Leila die Welt außerhalb der Klinik. Für einen abendfüllenden Film reicht das nicht; zu schnell entschlüsseln sich sowohl Leilas Kindheitstrauma als auch Nicks Familienbürde – und natürlich verlieben sich die beiden unsterblich ineinander. Schweigers zweite Regiearbeit bietet außer unmotivierten Gastauftritten diverser deutscher Film- und Fernsehstars keine Überraschungen, dafür hübsche Bilder aus einem Filmland, in dem alle Autos Oldtimer und alle Weizenfelder toastfarben sind. Für die schweren Seelennarben seiner barfüßigen Hauptfigur interessiert sich Schweiger weniger als für die optimale Farbentsättigung. (kr)

Barfuss (Poster)