Bandits

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Vier Jahre nach „Abgeschminkt“ hat Katja von Garnier mit „Bandits“ dick aufgetragen mit kräftigem Budget (7 Mio.) und vier ausdrucksvollen Stars. Dabei könnte man meinen, die begabte Jung-Regisseurin (30) hätte für ihren ersten abendfüllenden Streifen Kieslowski als Farbberater bemüht, um die Umkehrversion der Blues-Brothers zu inszenieren – mit Busen und Beauty, Melancholie und Komik. Ergebnis ist ein wildes Wechselbad optischer, akustischer und schauspielerischer Elemente: In ewig knast-blauen Bildern tritt die kluge Emma (Katja Riemann) ihre Haftstrafe an. Sie begegnet dem einsitzenden Blödchen Angel (Nicolette Krebitz), der ältlich-verwirrten Marie (Jutta Hoffmann) und der zickigen Luna (super: Jasmin Tabatabei) und gründet mit den attraktiven Eingesperrten die rockende Frauenformation „Bandits“. Den Weg zum ersten Gig nutzen die Damen zur selbstbestimmten Resozialisierung – und sind forthin auf einer teils spektakulär bebilderten Flucht vorm scharfschießenden Staatsschergen (Hannes Jaenicke). Dramaturgische Fehlzündungen verpuffen in der temporeichen Roadshow. Jake und Elwood hätt‘s gefallen! (ms)

Bandits (Poster)