Baikonur

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Was vom Himmel fällt, gehört dem, der es findet: Lebensmotto von Iskander (Asochakov) und seinen Dorfnachbarn. Sie leben in der kasachischen Steppe nahe dem Weltraumbahnhof Baikonur, wo immer wieder Raketenschrott herabstürzt – und eines Tages auch die französische Weltraumtouristin Julie (de Villepin). Iskander, nach einem TV-Bericht eh in sie verliebt, findet die Gedächtnislose und macht ihr weis, sie seien verlobt. Erst eine Liebesnacht bringt die Wahrheit ans Licht … Ähnlich wie Fatih Akin in „Solino“ erzählt Regisseur Veit Helmer („Absurdistan“) von der Fremdheit der Ferne und der Pflicht, zur Scholle zurückzukehren – also auch von der Französin zur Dorfschönheit. Er spielt mit dem Märchenhaften, betont es aber zu wenig, als dass wir ihm die unglaubwürdige Story abkauften. Die oft von Horizontlinien halbierten Bilder erzählen von Arm gegen Reich, Raketen gegen Jurten, Kamelkot gegen Steuerungstechnik. Das tut Helmer auf sympathische, doch auch sehr biedere Weise – und vermag aus dem Clash der Kontraste leider kaum dramaturgische Funken zu schlagen. (mw)

Baikonur (Poster)