Babys

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Jungen Eltern geht bei diesem Film das Herz auf, Kinderhasser weniger. Ein Jahr lang beobachtete der französische Dokumentarfilmer vier Babies auf vier verschiedenen Erdteilen, fing Alltagsszenen ein zwischen Geburt und den ersten Schritten. Er kontrastiert die endlose Weite und Ruhe der mongolischen Steppe und der Wüste Namibias mit dem urbanen Stress von San Francisco und Tokio, dem die Neugeborenen ausgesetzt sind. Seine Beobachtungen sind intim, liebevoll und vor allem erhellend: Die beiden Babies, die in der Einöde zwischen schmutziger Erde, Horden von Huftieren und anderen vermeintlichen Gefahren groß werden, entwickeln sich am schnellsten und scheinen am glücklichsten zu sein. Die Krabbelgruppe mit esoterischer Musikuntermalung aus der Großstadt wirkt dagegen banal und peinlich. Der Film offenbart das Dilemma der Kinder aus der Ersten Welt: Ihre Schutzbefohlenen entsagen ihnen Erfahrungen mit ihrer natürlichen Umgebung – Momente der Selbsterkenntnis müssen von den Eltern da regelrecht organisiert werden. (ds)

Babys (Poster)