Ausgerechnet Sibirien

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Joachim Król ist das Beste, was „Ausgerechnet Sibirien“ passieren konnte. Und Sibirien ist das Beste, was Króls Figur Matthias Bleuel seit langem passiert ist. Die Liebe zur russischen Tundra und zur schorischen Kehlkopfsängerin Sajana (Yulya Men) kommt wie aus dem Nichts über ihn. Gut, von wasserdichter Logik ist die Wandlung des spießigen, unsicheren Logistikers aus Leverkusen zu einem Kerl, der alle Widerstände überwindet, nicht. Aber das war auch in der literarischen Vorlage so, Michael Ebmeyers Roman „Der Neuling“. Gespickt mit Symbolen wie einer Libelle, die Bleuel immer wieder begegnet, beleuchtet der Film das Thema Selbstfindung auch von einer spirituellen Seite. Regisseur Ralf Huettner („Vincent will Meer“) bringt ausreichend Humor mit, um diesen Ansatz sympathisch zu machen. Bei einem wilden Roadtrip durch die atemberaubend kargen sibirischen Weiten lässt er seine Hauptfigur in so manches Fettnäpfchen tappen – oder gleich in ganze Schlammlöcher. (kab)

Ausgerechnet Sibirien (Poster)