Filminfo Aufbruch zum Mond

Filmstart

    Filminhalt

    Er gehört zu den größten Helden des 20. Jahrhunderts: Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond. „Aufbruch zum Mond“ erzählt aus Armstrongs Leben und von den enormen Konflikten und Entbehrungen, mit denen der Pilot vor und während seiner legendären Mission konfrontiert war. Gleichzeitig schildert der Film auf ergreifende Weise die hochdramatischen Ereignisse des amerikanischen Raumfahrtprogramms zwischen 1961 und 1969. (Quelle: Verleih)

    Filmkritik

    Wer erinnert sich nicht an die Oscar-Verleihung 2017: Das Team von „La La Land“ hatte sich bereits auf der Bühne versammelt und begann mit den ersten Dankesreden, als sich herausstellte, dass die Umschläge vertauscht worden waren – der Preis für den Besten Film an „Moonlight“ ging. Sechs Auszeichnungen hatte das Musical vorher aber trotzdem noch abgeräumt – und mit „Aufbruch zum Mond“ erhält Regisseur Damien Chazelle nun sicher eine weitere Chance auf die Königskategorie. Der Originaltitel des Films lautet „First Man“ und legt den Fokus damit nicht auf die historische Bedeutung der ersten Mondfahrt, sondern auf Neil Armstrong selbst. Denn auch, wenn zwischen dem nostalgiebeseelten Eskapismus von „La La Land“ und der vergleichsweise trockenen Wirklichkeitsnähe von „Aufbruch zum Mond“ einige Lichtjahre liegen: Kennt man Chazelles vorherigen Filme, wird recht schnell klar, was ihn an Neil Armstrong interessiert hat. Schon seit seinem Regiedebüt „Guy and Madeline on a Parck Bench“ (2009) spielen in Chazelles Filmen immer Menschen die Hauptrolle, die von etwas getrieben sind und die für das Erreichen ihrer Ziele alles andere hinten anstellen – vor allem zwischenmenschliche Beziehungen. In „La La Land“ scheiterte die Liebe zwischen einem Pianisten und einer Schauspielerin an ihren Karriereambitionen; in „Whiplash“ (2014) lässt sich ein Jazzschlagzeuger so lange drillen, bis die Drumsticks blutig sind, er dafür aber endlich den perfekten Takt findet. Und nun eben Neil Armstrong: Der erlebt zum Schluss keine Trennung, schließlich ist Chazelle diesmal an historische Fakten gebunden und hat erstmals einen Film nach einem fremden Drehbuch inszeniert. Trotzdem steht der Astronaut und erste Mensch auf dem Mond klar in der Tradition seiner bisherigen Protagonisten. Gosling interpretiert ihn als einen männlichen Archetypen der 50er- und 60er-Jahre: Einer, der die Familie finanziell zusammenhält, aber emotional kaum Zugang zu ihr findet, der sich deshalb fast manisch in eine Aufgabe vertieft, in der Hoffnung, dadurch an sich selbst andocken zu können. Die Mondlandung ist in „Aufbruch zum Mond“ also weniger Pionierleistung als innere Mission. Erst im Apollo-Raumschiff verlässt Armstrong seine Lethargie, erst mit dem Ende des Countdowns fällt der graue Schleier vollends vom Film ab: Die Mondflugsequenz ist ein Spektakel zwischen Realismus und Aufbruchspathos. Wenn die Kamera die Oberfläche der Rakete, die Gerätschaften im Inneren, den lodernden Feuerstrahl beim Start nicht nur observiert, sondern fast fetischisiert, gewinnt „Aufbruch zum Mond“ an Kraft und Wucht. Auch, wenn Armstrong das Visier seines Helms herunterklappt, um seine Freudentränen zu verbergen. msb

    Filmbilder

    Aufbruch zum Mond (Filmbild 4)
    Aufbruch zum Mond (Filmbild 2)
    Aufbruch zum Mond (Filmbild 3)
    Aufbruch zum Mond (Filmbild 5)
    Aufbruch zum Mond (Poster)
    Der Weg zum Mond wird bei Regisseur Damien Chazelle zur inneren Mission für Neil Armstrong (Ryan Gosling). Bewegendes Biopic

    Originaltitel First Man

    Regie Damien Chazelle

    Darsteller Ryan Gosling, Corey Stoll, Kyle Chandler

    Entstehungsjahr 2018

    Land USA

    Filmstart 08.11.2018

    Website http://upig.de/micro/aufbruch-zum-mond

    Genres Drama