Atomic Falafel

„Sollte man sehen“ kulturmovies

„Die Welt ist sowieso gegen uns!“ Ein starkes Argument, da sind sich die Militärs in der geheimen israelischen Kommandozentrale einig. Wenig später ragt eine Rakete wie ein gigantischer Phallus aus dem Planmodell empor: Israels Antwort auf die nukleare Bedrohung durch den Iran, der Atomstreit im Nahen Osten eskaliert. Mit dieser Szene zitiert die Komödie des Israelis Dror Shaul gleich zu Beginn einen Klassiker der Kinosatire, Stanley Kubricks „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964). Im Zentrum von „Atomic Falafel“ stehen aber nicht die größenwahnsinnigen Machthaber, sondern die schöne Israelin Mimi (Gershon) und ihre Teenietochter Nofar (Trevis). Mit ihrem Foodtruck versorgen sie in der Wüste israelische Soldaten mit Falafel. Als die Internationale Atomenergie-Organisation für einen Kontrollbesuch anreist und Mimi sich in den deutschen Atominspektor Oli (Fehling) verliebt, geraten die israelischen Militärpläne durcheinander – und Nofar, Mimi und ihr neuer Freund zwischen die Fronten.

„Atomic Falafel“ ist mehr Popcornklamauk als politische Satire

Schnell nimmt die Handlung Fahrt auf und donnert zu einer Soundkulisse aus Indierock, nahöstlichen Folkbeats und Farsi-Rap dem nuklearen Showdown entgegen. Anders als Kubrick, der die Absurdität des Kalten Kriegs mit messerscharfem Zynismus offenbarte, veralbert Shaul alles und jeden – vom Verfolgungswahn der Israelis bis zu Fehling als harmoniesüchtigem Deutschen, gegen den die Holocaustkarte ausgespielt wird. „Atomic Falafel“ provoziert und unterhält, ist aber mehr Popcornklamauk als politische Satire. Der Film endet aber mit dem sinnvollen Appell, der Jugend mehr Gehör zu schenken: Schließlich weiß Nofars Generation nicht nur, wie man strenggeheime Atompläne auf Facebook postet, sondern auch, wie man mit einem globalen Lebensgefühl eingefahrene Konflikte überwindet. (jk)

Atomic Falafel (Poster)