Anvil – Die Geschichte einer Freundschaft

„Muss man sehen“ kulturmovies

Schwitzende Fans, wehende Mähnen und malträtierte Gitarren: Was man sich von einer Dokumentation über die Kultmetalband Anvil erwartet, ist hier selten zu sehen. Die Aufnahmen aus den frühen 80ern, dem Höhepunkt von Anvils Karriere, stehen im Kontrast zu meist nüchternen Bildern aus dem heutigen Leben von Sänger Steve „Lips“ Kudlow und Drummer Robb Reiner. Denn trotz ihres maßgeblichen Einflusses auf den Sound erfolgreicher Kollegen wie Metallica, Anthrax oder Guns N’ Roses haben Anvil immer noch miese Telemarketing- oder Lageristenjobs und spielen in ihrer Freizeit vor oft leeren Hallen. Genau das hebt Sacha Gervasis Film auch von typischen Rockdokus wie etwa Metallicas „Some Kind of Monster“ ab: Er zeigt authentisch den Alltag von junggebliebenen Familienvätern, die für einen Traum schuften, den sie längst hätten aufgeben sollen. Gewaltiger als Kudlows schüttere Fönfrisur ist nur seine Leidenschaft für die Musik – und die steckt in dieser kurzweiligen Dokumentation über das etwas andere Rockstarleben auch Nicht-Metaller an. (ms)

Anvil - Die Geschichte einer Freundschaft (Poster)