Another Earth

„Kann man sehen“ kulturmovies

Weil sie eine zweite Erde anstaunt, die am Himmel schwebt, verursacht die Rhoda (Marling) einen Autounfall, bei dem John (Mapother) Frau und Sohn verliert. Nach dem Gefängnis nimmt Rhoda Kontakt mit John auf … Regiedebütant Cahill treibt die Klischees des Indie-Films auf die Spitze: Die betont schweigsame Rhoda geht betont langsam in betont secondhandigen Klamotte betont oft bei grimmiger Kälte anonyme Asphaltstraßen lang oder starrt ausdruckslos ins Nichts, was charakterliche Tiefe suggerieren soll. Der unglaubwürdige und amateurhaft gespielte Film gibt sich bedeutungsam, ist aber ein Potemkinsches Dorf: Seine Fassade aus Schulddrama, SciFi, Existenzphilosophie und Esoterik ist mit leihwandigen Stützen hochgekloppt und mit nichts unterfüttert als Pseudointellektualität und Selbstverliebtheit. Der Planeten-Plot bleibt unnötig und unterentwickelt, ist zudem voller Logiklöcher: Rhoda gewinnt einen Flug zur anderen Erde und schenkt ihn John, vielleicht lebt seine Familie dort noch. Nur: Ein anderer John wird dann dort auch leben – und sicher nicht so einfach verschwinden … (vs)

Another Earth (Poster)