An ihrer Stelle

„Muss man sehen“ kulturmovies

Die 18-jährige Shira (grandios: Hadas Yaron) ist bereits verlobt, da soll sie Yochay (Yiftach Klein), den Mann ihrer gerade verstorbenen Schwester, heiraten. Die Idee stammt von Shiras Mutter, entscheiden aber muss Shira ganz alleine. Für die junge Frau beginnt eine Leidenszeit … „An ihrer Stelle“ ist das Spielfilmdebüt von Rama Burshtein und wirft einen Blick ins Privatleben einer ultraorthodoxen Familie in Tel Aviv. Ruhige Bilder ohne Schwenks und schnelle Schnitte prägen den Film, in dem der mit seinem Baby in einer Hängematte schaukelnde Yochay nach einer Viertelstunde die bis dahin schnellste Bewegung verursacht. Regisseurin Burshtein, geboren in New York, schloss sich während ihres Studiums in Jerusalem der ultraorthodoxen chassidischen Gemeinde an. „Fill the Void“ ist nicht nur ihr Bekenntnis zu dieser Gemeinde, sondern auch das einfühlsame Porträt einer Gemeinschaft, die trotz bindender Strukturen immer den Einzelnen entscheiden lässt. Was den Film so stark macht: Er zeichnet damit einen starken Gegenentwurf zur westlichen Individualgesellschaft. (jw)

An ihrer Stelle (Poster)