Amerikanisches Idyll

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Handschuhfabrikant Seymour Levov (Ewan McGregor) scheint der personifizierte American Dream zu sein: Ein gutaussehender, sportlich begabter Mann, der schon auf der Highschool von allen verehrt wird und in der Nachkriegszeit mit seiner Ehefrau Dawn (Jennifer Connelly), einer früheren Schönheitskönigin, und seiner Tochter Merry ein geruhsames Landleben führt. Gestört wird die Idylle lediglich durch das manchmal eigenwillige Verhalten des stotternden Mädchens, das Schwierigkeiten hat, seinen Platz in der Welt zu finden. Endgültig ins Wanken gerät das Bild der Vorzeigefamilie, als sich Merry in den turbulenten 1960er-Jahren politisch radikalisiert, nach einem Bombenanschlag auf das örtliche Postamt als Hauptverdächtige gilt und spurlos verschwindet … Für sein Regiedebüt wählte Schauspieler Ewan McGregor mit Philip Roth’ gleichnamigem Roman ein thematisch reichhaltiges Buch aus, für das der Autor 1998 den Pulitzer-Preis erhielt. Gerecht wird McGregor der Vorlage aber nur bedingt, da die Verknüpfung von familiärem Niedergang und historischem Hintergrund oftmals zu schematisch ausfällt. Eine psychologische Vertiefung bleibt das Drama in vielen Szenen schuldig, auch wenn die Darsteller durchaus für intensive Momente sorgen. (cd)

Amerikanisches Idyll (Poster)