American Psycho

„Kann man sehen“ kulturmovies

Die Wohnung des New Yorker Yuppies sonnt sich in arrogantem Weiß. Das Ambiente ist unterkühlt, keine Staubflocke stört das Design. Im Badezimmer steht Patrick Bateman (Bale) und trägt ein Peeling auf. Batemann ist der Broker Dr. Jekyll und der Massenmörder Mr. Hyde, den Mary Harron, Drehbuchautorin und Regisseurin, „in einer Art Fabel“ inszeniert. In einer Art Farce wirft sie dann einen sarkastischen Blick auf die Achtziger. Doch dazu genügt es nicht, konforme Typen mit ausdruckslosen Mienen inhaltsleere Dialoge führen zu lassen. Das herrschende Desinteresse isoliert die Protagonisten zwar voneinander, aber auch vom Zuschauer. Harron will nicht unterhalten; sie verzichtet auf jegliches Spannungsmoment, stilisiert mit perfekten Bildern und aneinander gereihten Metaphern die Romanadaption zu Tode. Der unerwartet hektische Showdown mag dann als Überhöhung ins Surreale gedacht sein, gerät aber comichaft. Der ganze Film riecht nach Domestos, da die Regisseurin nur darauf achtet, nichts schmutzig zu machen – wie Bateman bei seinen Morden. Der Film „American Psycho“ wird beim Kinobesucher kaum mehr auslösen als ein achselzuckendes „Geld verdirbt den Charakter“. (cn)

American Psycho (Poster)