Amador und Marcelas Rosen

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Marcela (Magaly Solier) lebt am Stadtrand von Madrid in einem Wohnsilo, ihr Freund vertickt geklaute Blumen an Straßenhändler. Er träumt von einem eigenen Blumenladen, sie will nur fort. Als der Kühlschrank kaputt geht und Geld her muss, übernimmt Marcela die Pflege des alten Amador (Celso Bugallo). Die beiden mögen sich – bis Amador stirbt. Marcela überlegt: Wenn das rauskommt, verliert sie ihren Job und das Geld … Regisseur de Aranoa, 2003 durch „Montags in der Sonne“ mit Javier Bardem bekannt geworden, schaut seiner Hauptdarstellerin beim Verheimlichen zu. Und schaut zu. Und schaut zu. Wie Marcela einen Ventilator und duftende Rosensträuße in Amadors Schlafzimmer aufstellt. Wie sie seine tägliche Pillenration in einer Schüssel sammelt. Wie sie mehr und mehr Lufterfrischer versprüht. Doch die Verzweiflung, die man bei Marcelas Verzweiflungstat spüren sollte, stellt sich nie ein. Dafür beendet de Aranoa seine wohl als gesellschaftkritischen Kommentar gemeinte Chronik eines verschleierten Todes mit einem Dreh, der schneller verwelkt als Blumen in der Wüste. (vs)

Amador und Marcelas Rosen (Poster)