Am Limit

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Man sollte sich vom Begriff Speedclimbing nicht täuschen lassen. Für Thomas und Alexander Huber geht es nicht um Sport – es geht um Grenzerfahrungen. Die „Huberbuam“ wollen eine tausend Meter hohe Granitwand im Yosemite Nationalpark bezwingen, in zweieinhalb Stunden – das wäre Rekord. Regisseur Pepe Danquart („Höllentour“) folgt den Brüdern mit der Kamera und fängt beeindruckende Bilder ein: winzige Gestalten im Fels, Sicherungsseile, die ins Nichts führen und immer wieder die Gesichter der Männer, die mit jedem Höhenmeter fahler und ausgezehrter wirken. Danquart gibt seinen dokumentarischen Blick jedoch in einigen Szenen auf, etwa, wenn er einen wiederkehrenden Albtraum ganz bewusst inszeniert. Traut er seinem Material nicht? Doch trotz dieses Bruchs funktioniert der Film. Danquart verzichtet auf jeglichen Kommentar, hat aber ganz offenbar die richtigen Fragen gestellt. Die Brüder reden über Eifersucht und Hass, hinterfragen den Sinn ihrer Touren. Das schafft eine wohltuende Distanz zur Besessenheit der beiden Extremkletterer, oder – wie sie es nennen – zu ihrem unbedingten Durchstiegswillen. (arm)