Am Ende ein Fest

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Ist Euthanasie lustig? Kann man über Sterbehilfe schmunzeln? Die israelische Dramödie greift die in den alternden westlichen Gesellschaften geführten Diskussionen über würdevolles Sterben vs. Wert des Lebens auf. Dass der Film aus einem Land mit einem vergleichsweise niedrigen Durchschnittsalter der Bevölkerung und mit steigender Geburtenrate kommt, macht ihn umso bemerkenswerter – und interpretierbar. Denn vielleicht geht es bei der Geschichte um fünf Freunde in eine Seniorenheim, die einem dahinsiechenden Kameraden mit einer selbstgebauten Maschine Sterbehilfe leisten und mit den moralischen Folgen ringen, gar nicht um Ethik, Selbstbestimmung und Abschiednehmen. Der Subtext ist jedenfalls auf das israelische Hardlinertum im Nahostfriedensprozess anwendbar – wahlweise als Statement über seinen Tod, um etwas Neues, Konstruktiveres als Netanjahus Politik zu beginnen. Oder als Bekenntnis des von Todfeinden umgebenen israelischen Volkes: Wir entscheiden selber, wann wir abtreten, ins Meer treibt ihr uns nicht! Der Film schließt eben nicht mit einem Fest, wie der deutsche Titel pseudooptimistisch behauptet, sondern mit der Erkenntnis, dass man nicht nur gegenüber anderen barmherzig sein darf. Man muss auch selber Opfer bringen. (vs)

Am Ende ein Fest (Poster)