Altman

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Robert Altman muss niemand mehr auf den Sockel heben. Dass er den Independent-Film nachhaltig geprägt hat und mit Filmen wie „MASH“ und „Short Cuts“ Kinogeschichte schrieb, ist unbestritten. Ron Mann will mit seiner Dokumentation daher vor allem das umfangreiche Schaffen in Erinnerung rufen und den unabhängigen Geist hinter diesen Produktionen sichtbar machen. Dazu entfaltet er streng chronologisch und mit Liebe zum Detail Altmans von Misserfolgen durchsetzte Karriere nach. Dass dessen Witwe das Projekt unterstützte, ist ein Gewinn: Sie gibt nicht nur freimütig Auskunft, sondern stellt auch private Aufnahmen zur Verfügung, in denen Altman über sich und seine Arbeit plaudert. Die interviewten Wegbegleiter wiederum, von Julianne Moore bis James Caan, versuchen sich an einer Definition des Begriffes „altmanesk“. Viel Ehrfurcht und Verehrung klingt in diesen Statements mit; zugleich lässt sich erspüren, welche Sehnsucht Altman bei vielen Filmschaffenden erfüllte: mit einem Mann zu arbeiten, der sich stets als Teamplayer verstand und der – ungeachtet der finanziellen Folgen – künstlerisch wagemutig und unabhängig blieb. (ascho)

Altman (Poster)