Als der Wind den Sand berührte

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Als Shasha geboren wird, rät der Dorfälteste ihrem Vater, das Mädchen zu töten – sie sei eine Esserin mehr. Doch der Dorflehrer und Vater Rahne tauft das Mädchen. Gut zehn Jahre später hat der Wüstenwind aus den Dünen um das Dorf einen kargen, aufspringenden Boden gemacht und der nächste Brunnen ist sechs Stunden Fußmarsch entfernt. Rahne macht sich mit seiner Familie, zwei Kamelen und einer Herde Ziegen auf die Suche nach einer Wasserquelle in der Wüste Dschibutis … Regisseurin Marion Hänsel erliegt bei der Umsetzung des Romans „Chamelle“ von Marc Durin-Valois nicht der Versuchung, sich schönen Bildern zu verlieren. Ihre Landschaften sind kahle, weiße Felsen, auf denen sich das Sonnenlicht widerspiegelt. Ihre Wüstenbewohner sind Militärs, die das wenige Wasser kontrollieren und Rebellen, die Rahnes Familie und Besitz töten. Hänsel zeigt, was der Klimawandel für die bedeutet, die jetzt schon in unfruchtbaren Gebieten leben. Nach UNO-Schätzungen leben in 30 Jahren rund 40 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten, in denen chronische Wasserknappheit herrscht. Und schon jetzt sind ca. 25 Millionen Menschen auf der Flucht vor Wassermangel. Marion Hänsel liefert dazu die eindrucksvollen Bilder. (bl)

Als der Wind den Sand berührte (Poster)